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Portfolio revisited – über Möglichkeiten und Grenzen eines vielversprechenden Konzepts

Campus Innovation 2009 / eLearning(WiSe 09/10)

Der Portfolioansatz stellt ein offenes Konzept dar, das sehr verschieden ausgestaltet, in unterschiedliche Kontexte eingebettet, zu verschiedenen Zwecken genutzt und unter Nutzung sehr unterschiedlicher Medien praktiziert werden kann. In dieser Offenheit liegen sowohl die Chancen als auch die Risiken der Portfolioarbeit, denn ihre Techniken und Prinzipien sind – wie die manch anderer Lehr-Lern-Konzepte auch – an ganz unterschiedliche pädagogische Praxen anschlussfähig.

Woran entscheidet sich aber die Frage, ob die Arbeit mit Portfolios zu einer Erhöhung der Beurteilungsgerechtigkeit bzw. einer Weiterentwicklung schulischen Lehrens und Lernens beiträgt – wie PortfolioprotagonistInnen das vertreten – oder vielmehr zur Verschärfung der strukturellen Widersprüche schulischen Lernens bzw. zu einer Verschlechterung des sozialen Klimas in der Schule – wie PortfoliokritikerInnen dies befürchten?

In der öffentlichen Schule müssen sich Lehr-Lern-Konzepte grundsätzlich bildungs- und lerntheoretisch begründen und legitimieren lassen. Um die vielfältigen praktischen Umsetzungen des Portfolio-Kernkonzeptes einschätzen und beurteilen zu können, müssen diese (bildungs- und lern-)theoretisch analysiert und ihre Wirkungen empirisch überprüft werden. Es muss bspw. geklärt werden, unter welchen Bedingungen welche Praxen emanzipatorischen Bildungsansprüchen gerecht werden bzw. welche Bedingungen und Praxen eher einer Entsubjektivierung Vorschub leisten.

Damit die Arbeit mit Portfolios nicht undurchschaut frag-würdige gesellschaftliche Tendenzen in die Schule hinein verlängert bzw. sich von solchen vereinnahmen lässt, darf ihre Einführung nicht implikationsblind erfolgen. Darüber hinaus ist die Entfaltung des kritischen Potenzials der Portfolioarbeit an zahlreiche Voraussetzungen gebunden.

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