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Ereignisse und Erinnerungen. Jessica Erdelmann: „Persilscheine“ aus der Druckerpresse?

Jessica Erdelmann
07.07.2016
Ereignisse und Erinnerungen(SoSe 16)

 

Vortragsreihe

 

Ereignisse und Erinnerungen. Neue Forschungen zur Zeitgeschichte Hamburgs

 

Vortragsreihe der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Hamburg

 

Veranstaltungsort: FZH, Vortragsraum, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg

Eintritt frei

 

Die Geschichte Hamburgs im 20. Jahrhundert gehört zu den Forschungsfeldern, die über den lokalgeschichtlichen Rahmen hinaus auf besonderes wissenschaftliches und öffentliches Interesse stoßen. Während für die Entwicklung der zweitgrößten deutschen Stadt in der NS-Zeit und deren „zweite Geschichte“ nach 1945 inzwischen zahlreiche grundlegende Veröffentlichungen vorliegen, aber auch hier durchaus noch Forschungslücken bestehen, werden Akteure und Entwicklungen in Hamburg in den Jahrzehnten ab den 1950er Jahren vielfach erst in allerjüngster Zeit in größeren Zusammenhängen erforscht.

 

Die Vortragsreihe der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg stellt im Sommer 2016 in fünf Vorträgen jüngst als Buch erschienene oder neue Projekte vor, die zeitlich von den 1930er bis in die 1990er Jahre reichen. Die Reihe vermittelt damit nicht nur neueste Erkenntnisse zur Geschichte Hamburgs, sondern ermöglicht darüber hinaus einen Einblick in aktuelle Themen und Methoden bundesdeutscher Stadtgeschichtsforschung.

 

Donnerstag, 23.6.2016, 18.30 Uhr

Jessica Erdelmann (Hamburg): „Persilscheine“ aus der Druckerpresse? Die Hamburger Medienberichterstattung über Entnazifizierung und Internierung in der britischen Besatzungszone

Moderation: Kirsten Heinsohn (FZH)

Kaum ein anderes Phänomen ist in der deutschen Nachkriegsgesellschaft enger mit der Entnazifizierung verknüpft als der „Persilschein“: Durch diese Leumundszeugnisse wurden selbst erheblich belastete NS-Täter und –Täterinnen nach einer kurzen Phase der sozialen Deklassierung rehabilitiert und in die bundesdeutsche Mehrheitsgesellschaft integriert.

Doch welche Rolle spielte die Presse zwischen 1946 und 1949 in diesem Prozess? In dem Vortrag wird die gesellschaftspolitische Vermittlungsfunktion von Medien am Beispiel von fünf Hamburger Tageszeitungen beleuchtet. Wie konnte sich trotz verordneter symbolischer Distanzierung vom Nationalsozialismus ein weitgehender gesellschaftlicher Konsens zugunsten einer großzügigen Rehabilitierung von nationalsozialistisch belasteten Personen herausbilden? Auf welche Weise sorgten Hamburger Journalisten und Journalistinnen dafür, dass deren Integration akzeptiert wurde?

Untersucht wird dazu die Berichterstattung in der „Welt“, dem „Hamburger Echo“, der „Hamburger Volkszeitung“, der „Hamburger Freien Presse“ und der „Hamburger Allgemeinen Zeitung“.

 

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