Lecture2Go Videokatalog F.5 - Geisteswissenschaften Geschichte Pop – Ein neues Konzept für die Zeitgeschichte?

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29.01.2016

Damals haben wir gelebt. Popmemoiren in der Zeitgeschichte des Selbst

Pop – Ein neues Konzept für die Zeitgeschichte?

 

Vortragsreihe der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

Mit freundlicher Unterstützung der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung an der Universität Hamburg

 

 

Donnerstag, 14.1.2016, 18.30 Uhr

Alexa Geisthövel (Berlin): Damals haben wir gelebt. Popmemoiren in der Zeitgeschichte des Selbst

 

Auf dem Buchmarkt ist seit geraumer Zeit eine wahre Konjunktur von Popmemoiren zu verzeichnen. Im Fokus stehen nicht die Autobiografien bekannter Stars, sondern Erinnerungen von Protagonisten verschiedener Szenen, die von den Ereignissen, dem Personal, den Praktiken und dem „Lebensgefühl“ ihrer jeweiligen popkulturellen Epochen berichten. Der Bogen reicht von Punk Mitte der 1970er Jahre bis Techno um 1990.

Für Historikerinnen der Popkultur sind solche Quellen von großem Wert. Welche Schlüsse für die Zeitgeschichte des Selbst sind aus ihnen zu ziehen? Die Gründe, die eigene wilde Jugend im altehrwürdigen Medium Buch Revue passieren zu lassen, mögen vielfältig sein, doch ist ein wiederkehrendes Motiv dieser Form von Selbsthistorisierung das „gelebte Leben“: Ganz unterschiedliche Poperinnerungen verbindet die retrospektive Aussage, „damals“ besonders intensiv, frei, erfüllt gelebt zu haben. In der Forschung zur Selbstwahrnehmung gelten unmittelbare Lebendigkeit und Erlebnisfülle seit dem späten 18. Jahrhundert als Maßstab für ein gelungenes Leben. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfuhr diese Beziehung eine spezifische popkulturelle Ausprägung, deren Verhältnis zu zeitgenössischen Thesen wie dem „unternehmerischen“, dem „beratenen“ oder dem „präventiven Selbst“ diskutiert werden soll.

 

 

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