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Nachrichten verschlüsseln

Alexander Lehmann
21.02.2017
Schwieriges einfach erklärt(WiSe 16/17)

Vor nicht allzu langer Zeit war unsere Kommunikation in der Regel noch durch Papierumschläge und ein strenges Postgeheimnis geschützt.
Doch heutzutage, wenn du eine email oder eine sms schreibst oder irgendeinen messengerdienst nutzt, schickst du meistens deine Nachrichten im Klartext durch ein riesiges unbekanntes Netzwerk. Und spätestens seit Snowden wissen wir, dass es eine Vielzahl verborgener Stellen gibt, die sich für deine Nachrichten und Gespräche interessieren und sie unerlaubt speichern. Die Gesetze die uns schützen sollen, werden einfach ignoriert.

Unverschlüsselt durch das Internet zu Kommunizieren ist also mittlerweile so, als würdest du deine vertraulichen Daten auf eine Postkarte schreiben und diese dann an eine tratschbedürftige Menschenkette reichen – im naiven Glauben, dass die damit schon diskret umgehen werden.

Doch zum Glück wurden in letzter Zeit mehr und mehr Programme und Apps so weiterentwickelt, dass sie Nachrichten verschlüsselt verschicken können. Dadurch kannst du selbst dafür sorgen, dass das Postgeheimnis bei deinen Nachrichten wieder eingehalten wird.
Aber wie genau funktioniert das eigentlich mit der Verschlüsselung? 

Das Grundproblem von verschlüsselter Kommunikation ist, wenn dir jemand eine verschlüsselte Nachricht schicken möchte, muss er dir ja eigentlich auch eine Kopie des Schlüssels schicken. Sonst kannst du die Nachricht schließlich nicht öffnen.
Wenn man nun aber davon ausgehen muss, dass der Kommunikationsweg überwacht wird, dann wird natürlich auch der Schlüssel abgefangen und kopiert.

Aus diesem Grund, haben vor einiger Zeit, ein paar schlaue Mathematiker, eine andere Verschlüsselungsmethode erfunden: Die sogenannte “asymetrische Verschlüsselung”.
Dabei wird die Nachricht nicht mehr mit ein und demselben Schlüssel ver- und entschlüsselt, sondern es gibt einen sogenannten “öffentlichen Schlüssel” und einen “privaten Schlüssel”. Den “öffentlichen Schlüssel”, kannst du dir wie ein offenes Vorhängeschloss vorstellen. Und der “private Schlüssel” ist der dazu passende Schlüssel.

Bevor dir also jemand eine Nachricht schickt, lässt du ihm zuerst dein offenes Vorhängeschloss zukommen. Dein Gegenüber kann damit nun die Nachricht an dich sichern und verschlossen an dich zurückschicken. Und da dein privater schlüssel der einzige ist, der das Schloss wieder öffnen kann und du diesen niemals verschicken musstest, kannst auch nur du die Nachricht wieder öffnen.

Alles was jetzt noch abgefangen werden könnte, wäre dein offenes Vorhängeschloss oder die sicher verschlüsselte Nachricht.. Womit Außenstehende nichts anfangen können.

Viele Apps und Programme haben diese Technik mittlerweile komfortabel integriert.
Nur woran kannst du erkennen ob die Software zur Verschlüsselung auch vertrauenswürdig? Dass es keine Versteckten Hintertüren oder eine Art Zweitschlüssel gibt der in Umlauf geraten könnte? (...)

 

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● Credits

Animation: Alexander Lehmann // http://www.alexanderlehmann.net
Illustration: Lena Schall // http://www.wesenkammer.de
Stimme: Florian Maerlender // http://www.maerlender.eu

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