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Bilderströme. Vernetzte Bildordnungen im Zeitalter des digitalen Apriori

Warburg-Haus (2020)

Vortrag anlässlich des 91. Todestages von Aby Warburg (13.6.1866–26.10.1929).

Im Rahmen der Vortragsreihe zum Schwerpunktthema "Die Künste im technischen Zeitalter II".

Mit dem Aufbau der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg und der Entwicklung eines Instrumentariums, das Kunst und Bilder über Zeiten und Räume hinweg als soziale, kulturelle und politische Bedeutungsträger ernst nimmt, begründeten die Wissenschaftler*innen um Aby Warburg in Hamburg eine moderne Kunstwissenschaft als Kulturwissenschaft. Für Warburg als technikbegeisterte Person war der Blick auf kulturelle Ausdrucksformen immer auch ein Blick auf das bis in die Gegenwart verfolgte Verhältnis von Kunst, Medien und technischem Wissen. Dieses interdisziplinäre Interesse bietet dem zweijährigen Schwerpunktthema am Warburg-Haus 2019–2020 den Anlass, der Aktualität von Warburgs methodischem Erbe nachzugehen und im Fokus auf das Verhältnis von Kunst und Technik bis heute ungebrochen inspirierende innovative Impulse und Methodenreflexionen aufzugreifen.

Ursula Frohne, Münster, hält auf Einladung der Aby-Warburg-Stiftung im Rahmen der Vortragsreihe den Vortrag anlässlich des diesjährigen 91. Todestages von Aby Warburg und thematisiert die Einbindung von Bildern in digitale Prozesse, ohne die ihre Entstehung, Rezeption und Archivierung kaum mehr vorstellbar sind. Die Realität der Bilder selbst wird aus den Algorithmen (neu) erschaffen. Zugleich ermöglicht das technologische Dispositiv des Digitalen eine beispiellose Mobilisierung der Bilder. Sie spiegelt sich in einer Vielzahl künstlerischer Kompilationspraxen, die Warburgs Ansatz einer kritischen Bildforschung für das digitale Zeitalter perspektivieren.

Ursula Frohne ist seit 2015 Professorin für Kunstgeschichte der Moderne an der Universität Münster. Anschließend an ihre Position als Kuratorin am ZKM Karlsruhe folgten Professuren an der International University Bremen und an der Universität zu Köln. Dort erhielt sie 2014 den Leo-Spitzer-Preis für Exzellenz in Forschung und Lehre. Schwerpunkte ihrer Forschung umfassen zeitgenössische Kunstpraktiken und neue Medien (Fotografie, Film, Video und Installationskunst), politische und sozio-ökonomische Dimensionen von Kunst und visueller Kultur.

Während der Zeit der Corona-bedingten Schließung des Warburg-Hauses entfallen die Vorträge der Reihe nicht, sondern werden aufgezeichnet. Aufgrund der Corona-bedingten Umstände während des zweiten Lockdowns in der zweiten Jahreshälfte erfolgte die Aufzeichnung des Vortrages von Ursula Frohne an der Universität Münster mit Unterstützung durch das Team des eLearning-Büros der Fakultät für Geisteswissenschaften der Universität Hamburg.

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