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Einführung kompetenzorientierter Lehre in die rechtswissenschaftliche Pflichtfachlehre in der Kombination mit einem Kompetenzmodell für Studierende der Rechtswissenschaften

Tina Winter
25.11.2011
Campus Innovation 2011 / Studium und Lehre(WiSe 11/12)

Abstract



Das Studium der Rechtswissenschaften war immer schon vielfältiger Kritik ausgesetzt. Prüfungsfokussierung, Stofffülle, unzureichende Kompetenzförderung, Unflexibilität in Bezug auf die sich wandelnden Bedingungen der Arbeitswelt sind nur Beispiele. Im Mai 2011 erschien ein Bericht der Konferenz der Justizministerinnen und Justizminister, der sich kritisch mit Bologna-Modellen für den juristischen Studiengang auseinandersetzte und im Ergebnis alle diese Modelle ablehnte, weil sie jedenfalls keinen Mehrwert im Vergleich zur derzeitigen Ausbildungsstruktur beinhalteten. Der juristischen Ausbildung im Allgemeinen und dem Studium im Besonderen bescheinigte der Bericht kleine Mängel, zeigte sich jedoch zusammenfassend zufrieden mit ihren Ergebnissen auch im Hinblick auf die Bolognakonformität des Studiengangs.



Der Vortrag entwickelt knapp eine Position, wie das Studium der Rechtswissenschaften aus einer hochschuldidaktischen Perspektive kritisch beleuchtet werden kann und verweist auf Aspekte, die die Einführung kompetenzorientierter Lehre in das Studium nahe legen. Am  Ende steht der Vorschlag, die bestehenden „Prüfgegenständekataloge“ auf Länderebene in den Ausbildungsgesetzen und -verordnungen entweder durch ein Kompetenzmodell für Jurastudierende zu ergänzen oder sogar zu ersetzen. Mit Hilfe eines solchen Modells könnten den Anforderungen der Arbeitwelt entsprechend passgenauere Lernziele definiert und Prüfungssituationen ausgestaltet werden. Eine größere Transparenz sowie Sicherheit im Hinblick auf die zu erbringenden Leistungen und Anforderungen während des Studiums auf der Seite der Studierenden und der Lehrenden könnte so erreicht werden.



Mit welchen hochschuldidaktischen Methoden und Gestaltungsansätzen eine durch das Kompetenzmodell indizierte kompetenzorientierte Didaktik umgesetzt werden kann, ist bislang noch nicht hinreichend geklärt. Dem Zentrum für rechtswissenschaftliche Fachdidaktik an der Fakultät für Rechtswissenschaft könnte hier die Aufgabe zufallen, Pionierarbeit auf dem Gebiet einer rechtswissenschaftlichen Fachdidaktik sowohl forschend als auch im Bereich der Lehrerprobung zu leisten.



Informationen zur Person



Als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Dekanat der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg, organisiere und koordiniere ich das Examensvorbereitungsprogramm für die Studierenden. Durch die Arbeit an dieser Schnittstelle zwischen Anliegen der Studierenden, Lehrenden und der Verwaltung, sind mir die Probleme, die das Studium der Rechtswissenschaft mit sich bringt, bekannt und vertraut. Nicht von ungefähr beschäftige ich mich daher in meiner Dissertation mit den Möglichkeiten und Chancen, den normativen Rahmen des Studiums der Rechtswissenschaften so umzugestalten, das ein Freiraum für kompetenzorientierte Lehre auch tatsächlich entsteht. Bereits in meiner Masterarbeit zum Abschluss des berufsbegleitenden Studiengangs "Master of Higher Education" am ZHW an der Universität Hamburg, setzte ich mich aus einer hochschuldidaktischen Perspektive damit auseinander, wie die Einführung kompetenzorientierter Didaktik in die juristische Lehre zu begründen ist. In diesem Zusammenhang und auch bereits davor, interessierte mich insbesondere das problembasierte Lernen. Dieser Ansatz erscheint grundsätzlich besonders geeignet, die juristische Pflichtfachlehre auch auf längere Sicht zu verbessern.


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