Lecture2Go-Wartungsarbeiten am 30.9.2021

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Arme Irre? Ist psychische Erkrankung / Gesundheit ungerecht verteilt?

Gibt es die seelisch gesunde Stadt?(SoSe 21)

Belastet Armut unsere seelische Stabilität? Wäre Grundsicherung ein Beitrag zur Prävention?
„Wir wenden nicht angemessene Energie dem Skandal der Armut zu. Soziale Räume, aufsuchende Hilfen und Kontinuität sind nötig gegen soziale Ungerechtigkeit beim Zugang zu Hilfen. Wir brauchen einen Schulterschluss mit sozialen Bewegungen!“

Prof. Dr. Thomas Becker, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Bezirkskrankenhaus Günzburg

 

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Gibt es die seelisch gesunde Stadt? - Zur Anthropologie von Gesundheit und Krankheit in der Psychiatrie

Urbanes Leben lässt die Wahrscheinlichkeit, psychisch zu erkranken steigen. Großstadt-Leben bedeutet Stress. Das hat mit Umweltfaktoren wie Lärm und Luftverschmutzung zu tun, aber auch mit Reizüberflutung und fehlenden sozialen Orten für alle.

Die Gefährdung der psychischen Stabilität ist nicht für alle gleich. Armut spielt dabei eine gewichtige Rolle. Privilegierte leben auch in der Stadt gesünder. Für alle gilt: Je größer der Gegensatz von arm und reich in einer Kultur, einer Gesellschaft, einer Stadt, desto höher steigt die Rate der psychischen Erkrankungen. Ist das ein Grund, warum in Hamburg die Rate der Krankschreibungen aus psy-
chischen Gründen am höchsten ist? Dasselbe gilt für die Ungleichverteilung von arm und reich: die einen werden krank, weil sie zu viel arbeiten, die anderen, weil sie keine Arbeit haben. Prävention ist also Politik, vielleicht vor allem Kommunalpolitik!

Welche ganz konkreten Lebensbedingungen brauchen wir, um seelisch gesund zu bleiben? Können wir von psychisch-erkrankten bzw. -sensiblen Menschen lernen, gesünder zu leben, zu arbeiten, zu lernen? Welchen Auftrag haben wir an die (Kommunal-) Politik hinsichtlich Prävention?

 

Videoproduktion: mariquadrat

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