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Lied zum Jubiläum 100 Jahre Universität Hamburg

100 Jahre Universität Hamburg(SoSe 19)

Text des Liedes zur 100-Jahr-Feier der Universität Hamburg (L. Paul)
1. Einst war Hamburg eine reiche Stadt,
mit Kaufmannschaft gar stolz und stur,
die keine Universitäten hat,
wozu braucht man hohe Bildung nur?
Doch in Kolonien locken die Geschäfte;
dazu fehlen gute Arbeitskräfte.
Wer schafft das denn, wer kann das gut: ein Kolonialinstitut!
Wer schafft das denn, wer kann das gut: ein Kolonialinstitut.
Hottentotten soll'n verrotten
Ein Schaumkuss mit Gazelle zagt im Regen nie

2. Nach dem Kriege war der Kaiser weg
und die Kolonien auch dazu.
Das Volk verlangte Brot und Speck,
Matrosen und Räte gaben keine Ruh.
Weise Herren in der Bürgerschaft verstehen:
Staat und Volk kann es mit Bildung besser gehen.
Wie macht man das? Es ist nie zu spät: man gründet eine Universität!
Wie macht man das? Es ist nie zu spät: man gründet eine Universität.
Philanthropen, Pfeffersäcke
streben nach dem gleichen Zwecke: Wohlstand!

3. Die Bürger-Uni wuchs nun rasch
in Forschung und in Lehre.
Cassirer, Warburg, Stern und Lasch
gaben sich und ihr die Ehre.
Doch Genies gehören oft zu falschen Rassen,
und es kam aus Nürnberg: man muß sie entlassen!
Beamtentum, das ist nicht schwer, das stell'n wir einfach wieder her!
Beamtentum, das ist nicht schwer, das stell'n wir einfach wieder her.
Professoren werden völkisch neu geboren
Auf Semitenkosten erhalten sie die freien Posten

4. Nach dem Kriege wurde aufgebaut,
Philturm, Campus wuchsen nun empor.
Endlich haben die Studenten sich getraut
zu fragen kritisch wie nie zuvor:
Was geschah vor zwanzig Jahr'n im Land der Denker?
Wer lief mit, wer lief voran, wer war'n die Henker?
Wie war das wohl? Das ist vorbei, und keiner wußte was und war dabei!
Wie war das wohl? Das ist vorbei, und keiner wußte was und war dabei.
Unter den Talaren stecken Scharen von Barbaren,
die niemals in der NSDAP gewesen waren

5. Die Siebziger sind fern vom Krieg,
der Tradition weicht die Reform.
Es fließen Milch und Honig,
'Für alle: Bildung' wird zur Norm.
Ordinarien erlernen Mitbestimmung,
volle Kassen garantieren gute Stimmung.
Wie optimal, wie wunderbar, doch sieh am Ende die Gefahr!
Wie optimal, wie wunderbar, doch sieh am Ende die Gefahr:
Die Reform wird zur Norm
Mittelmaß wächst schnell wie Gras

6. Von der Bildungsoffensive
profitierten Land und Hamburg sehr.
Doch Breite schwächt die Tiefe,
am Ende war'n die Kassen leer.
In den Neunzigern folgt auf den Rausch der Kater.
Ökonomen sägen an der Alma Mater.
Was ist da los, wo woll'n wir hin, was ist der Bildung Preis und Sinn?
Was ist da los, wo woll'n wir hin, was ist der Bildung Preis und Sinn?
Wir wollen keine schools, keine tools, keine rules
Wir wollen Forschung, Lehre, Bildung!

7. Das Jahrtausend brachte Ungemach:
kein Geld, kein Ziel, das man erkennt.
Dohnanyi legt die Fächer flach
und Dräger macht nur Management.
Doch die Stürme machten uns nur stark und heiter,
Schauerwetter waren kurz und zogen weiter.
Wie kommt das nun, was ist zu tun? Ganz einfach: wir werden exzellent!
Wie kommt das nun, was ist zu tun? Ganz einfach: wir werden exzellent!
Wir wollen Forschung, Lehre, Bildung!
Keine Management-Verwilderung!

8. Was niemand glaubt, du hast's geschafft:
die Exzellenz aus eig'ner Kraft.
Ja, Hamburg, werd' gern exzellent,
doch ohne daß die Küche brennt!
Wissenschaft ist eine äußerst zarte Pflanze;
gießt man Teile nur, dann leidet rasch das ganze.
Vergiß das nicht, halt stets im Sinn: deinen demokratischen Beginn!
Vergiß das nicht, halt stets im Sinn: deinen demokratischen Beginn!
Bachelor, Master, Cluster, Zaster -
irgendwann ist damit basta!

9. Die Uni hat manch Sturm gesehn,
sie hält den Kurs auf hoher See.
Der Steuermann bleibt aufrecht stehn,
die Gischt zieht hoch von Luv und Lee.
Wie ein Wissenstanker fährt sie ihre Route,
rudert schnell und paddelt flink wie ein Kanute.
Gib gerne Gas, mach weiter so, doch bleib deinen Idealen treu!
Universitas macht alle froh, denn alle machen mit und sind dabei.

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