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Care-Work als prekäre Lohnarbeit - Überlegungen zur Handlungsfähigkeit der Beschäftigten und der Zukunft des Sozialstaats

Iris Nowak
30.06.2011
Siegfried-Landshut-Colloquium(SoSe 11)

Dass eine emanzipatorische Gesellschaftsentwicklung einen gut ausgebauten öffentlicher Sektor braucht, da sind sich linke Analysen relativ einig. Allerdings wird die Frage nach diesem Sektor meist darauf reduziert, wie dieser finanzierbar wäre. Konkretere Analysen zu sozialen Konflikten, Arbeitskämpfen und Interessehandeln beziehen sich dann – den Traditionen der Arbeitssoziologie und –bewegung folgend – meist auf den industriellen Sektor. Tatsächlich aber werden öffentliche Güter nur dann durchsetzbar und demokratisch gestaltbar sein, wenn sich sowohl jene, die heute schon öffentlichen Einrichtungen arbeiten, als auch Nutzer/innen in Konflikte um die Gestaltung und die Zukunft öffentlicher Güter einmischen und sich den Folgen immer weiterer Sozialkürzungen widersetzen.

In diesem Vortrag soll es um die Handlungsfähigkeit von Beschäftigten gehen, die in bezahlter Form Care-Arbeit leisten bzw. die Sorge für andere organisieren. Es wird am Beispiel von Altenpflege gezeigt, was das spezifische Moment dieser Arbeit ist und was dies für (betriebliche) Sorgebeziehungen bedeutet. Gezeigt werden Widersprüche und Leerstellen im gegenwärtigen Forschungsstand, der zugleich auf eine gewisse Ratlosigkeit hinsichtlich angemessener politischer Strategien hinweist: Forschungen zu Altenpflege bezieht sich nahezu ausschließlich auf Analysen der direkten Interaktionen zwischen Pflegekräfte und Pflegebedürftigen, nicht auf betriebliche Machtbeziehungen. Über diese gibt es aber einige Erkenntnisse in solchen Forschungen, die Arbeitskämpfe und Interessehandeln in anderen Dienstleistungsbereichen untersuchen. Zudem gibt es konkrete gewerkschaftliche Versuche der politischen Organisierung von Beschäftigten, die allerdings traditionell sehr wenig Zulauf haben.

Der Vortrag macht deutlich, wie sich die verschiedenen Perspektiven zusammendenken lassen und welche Fragen und Perspektiven für kollektives Handeln hieraus folgen könnte.

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