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Buchvorstellung: Florentiner Musik des Mittelalters wiederentdeckt
Florentiner Musik des Mittelalters wiederentdeckt(SoSe 17)

The San Lorenzo Palimpsest. Florence Archivio del Capitolo di San Lorenzo Ms. 2211. Introductory Study and Multispectral Images, 2 Bde., hrsg. von Andreas Janke und John Nádas Lucca 2016

Mit einer Einführung von   Prof. Dr. Oliver Huck

 

Musik: 

         Ensemble LA MORRA (Basel, Schweiz)

             Corina Marti (Clavisimbalum)

             Doron Schleifer (Countertenor)

             Ivo Haun (Tenor)

 

Anfang des 15. Jahrhunderts wurde von einem Schreiber in Florenz ein Musikmanuskript mit mehr als 200 weltlichen italienischen und französischen Liedern fertiggestellt. Nachdem diese gegen Ende desselben Jahrhunderts aus der Mode gekommen waren, wurde die Musik vom Pergament abgeschabt, um dieses als Schreibgrundlage für ein neues Manuskript zu recyceln – diesmal ein Buch zur Aufzeichnung der Besitztümer der Kirche San Lorenzo in Florenz. Anfang der 1980er Jahre wurden schließlich Spuren der ursprünglichen Musik wiederentdeckt.

Erst durch die Zusammenarbeit von Geistes- und Naturwissenschaftlern ist es gelungen die ursprüngliche Notation wieder sichtbar zu machen und so die Musiksammlung zu rekonstruieren. Die Ergebnisse mehrjähriger Arbeit, inklusive Abbildungen der rekonstruierten 111 Blätter des originalen Musikmanuskripts, wurden mittlerweile veröffentlicht.

Der SFB 950 lädt ein zur Buchvorstellung:
The San Lorenzo Palimpsest. Florence Archivio del Capitolo di San Lorenzo Ms. 2211. Introductory Study and Multispectral Images, 2 Bde., hrsg. von Andreas Janke und John Nádas Lucca 2016

Das sogenannte San-Lorenzo-Palimpsest erlaubt einen Einblick in das Florentiner Musikleben am Anfang des 15. Jahrhunderts und enthält Kompositionen der angesehensten Komponisten dieser Zeit. Unter ihnen finden sich professionelle Organisten, die an den wichtigsten Florentiner Institutionen angestellt waren, so z. B. an der Kathedrale Santa Maria del Fiore. Die Musiksammlung enthält neben bereits bekannten Kompositionen nicht nur aufschlussreiche Varianten, sondern zudem bisher unbekannte und nur in diesem Manuskript überlieferte Kompositionen.

Die Buchvorstellung gibt einen Einblick in die aufwändige Erschließung dieses einmaligen Manuskripts, von der Entdeckung der unlesbaren Musik, über den Einsatz modernster Technik zur Rekonstruktion (Multispektralkamera) und schließlich der Übertragung der mittelalterlichen Notation. Begleitet wird die Veranstaltung durch das Baseler Ensemble LA MORRA, das die Musik aus dem Manuskript nach über 500 Jahren wieder zum Erklingen bringt.

 

Veranstaltungsort

Raum 0001, SFB 950, «Manuskript in Asien, Afrika und Europa»,

Warburgstraße 26, Hamburg.

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